Das Beste aus unserer Bio-Landwirtschaft – 100% handgemacht in Bayern

Wie man im Shop sehen kann, biete ich ein paar verschiedene Sorten an. In meinem Fall sind die unterschiedlichen Farben ein Hobby, weil ich die bunte Vielfalt schätze und damit auch ältere Sorten wiederbeleben kann. Allerdings sind das nicht wirklich profimäßige Kriterien, um die geeignete Sorte zu wählen. Diese Entscheidung ist von vielen Faktoren abhängig.

Als Hauptsorte wird bei uns seit vielen Jahren die Agria angebaut. An diesem Beispiel kann ich ein kleines bisschen erläutern, warum wir das tun. Völlige Freiheit haben wir dabei – wie so oft – nicht. Natürlich gibt es ein Amt, das uns Sorten vorgibt: das Bundessortenamt. Hier sind aktuell ca. 160 in Deutschland zugelassene Sorten aufgelistet.

1. Verwertungsziel

Ich sollte mir vor dem Bestellen meines Pflanzguts überlegen, was ich mit den Kartoffeln anfangen will. In meinem Fall ist das Ziel klar: essen 🙂 Allerdings ist das verspeisen nicht der einzige Daseinszweck von Kartoffeln und für jeden davon gibt es geeignete Sorten. Wir unterscheiden in:

  • Speisekartoffeln:
    •  so wie wir sie aus der Gemüseabteilung im Supermarkt oder vom Bauern kennen
    • Veredelung/Nahrungsmittelherstellung (z.B. Pommes frites, Chips, Püree, Rösti…)
  • Wirtschaftskartoffeln:
    • Alkoholherstellung
    • Saatgut
    • Futter

Je nach Verwendungszweck haben die Sorten unterschiedliche Eigenschaften. Zur Alkoholherstellung benötigt man z.B. einen sehr hohen Stärkegehalt, bei Speisekartoffeln geht es v.a. um den Geschmack.

Die Agria ist eine Speisekartoffel und der Reifegruppe mittelfrüh zugeordnet.

2. Reifegruppe

Pflanzen können wir Kartoffeln immer ab April/Mai, da wir warten müssen bis es keinen Frost mehr gibt. Nun reifen unterschiedliche Sorten aber unterschiedlich schnell und können somit früher oder später geerntet werden:

  • sehr früh (90-110 Tage)
  • früh (110-120 Tage)
  • mittelfrüh (120-140 Tage)
  • mittelspät (140-160 Tage)
  • sehr spät (mehr als 160 Tage)

Unsere Agria gilt als mittelfrühe Sorte und sollte nach 120-140 Tagen reif sein. Mitte April gebaut, bedeutet das, dass sie ab Mitte August “fertig” ist. Nur weil sie bereit ist, muss sie allerdings noch nicht sofort gerodet werden. Im Boden hält sie sich ohnehin am besten. Sie muss lediglich aus der Erde, bevor der erste Frost sich ankündigt.

3. Krankheitsresistenzen und Qualitätsmerkmale

Jede Sorte hat ihre ganz eigenen Eigenschaften – Vor- und Nachteile. Sie jeweilige genaue Ausprägung ist allerdings immer auch vom Standort abhängig. Deshalb muss jeder Landwirt seine Entscheidungen immer hinsichtlich seiner individuellen Voraussetzungen treffen. Manche Sorten sind für bestimmte Krankheiten, wie die Kraut- und Knollenfäule, besonders anfällig, haben aber auch bestimmte Qualitätskriterien. Wer sich hier mit den Angaben im Bundessortenkatalog näher befasst, wird feststellen: ganz schön viel abzuwägen. Natürlich möchte jeder eine möglichst “gesunde” Sorte, aber auch maximalen Ertrag mit bestmöglicher Qualität.

4. Nachfrage am Markt

Natürlich kann ich mir irgendeine Sorte aussuchen, die meiner Meinung nach auf meinem Boden den meisten Ertrag bringen wird. Was bringt mir das aber, wenn sie nachher keiner kauft? Sobald ich mich nicht mit meiner Ernte auf einen Markt stelle und die Menschen davon persönlich überzeugen kann, dass meine Kartoffeln super sind, gelten die Regeln der Vermarktung. Einkäufer entscheiden, welche Sorten sich am besten weiterverkaufen und somit geben uns die Verbände ebenfalls Hinweise, welche Sorten besonders nachgefragt werden.

5. Kochtyp

Jetzt noch was, was hoffentlich jeder kennt: der Kochtyp. Je nach Inhaltsstoffen unserer Knolle ergibt sich diese Eigenschaft und wir teilen wieder ein:

  • mehlig kochend
  • vorwiegend festkochend
  • festkochend

Die Agria gehört zu den vorwiegend festkochenden Sorten. Eigentlich 🙂

Je nach Witterung können die Eigenschaften nämlich auch variieren. Lagert die Kartoffel in einem Jahr mehr Stärke ein, wird sie mehliger. Kann sein, muss aber nicht….

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