5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit

von | 8 Aug 2022 | Allgemein, Nachhaltigkeit | 0 Kommentare

Nachhaltigkeit ist eines der Themen unserer Zeit. Wir haben verstanden, dass der Klimawandel real ist und wir dringend etwas dagegen unternehmen müssen. Aber wie kann ein sinnvoller Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit aussehen? Ich habe hier ein paar Tipps zusammengestellt, die dir garantiert nicht allzu schwer fallen werden.

1. Was bedeutet „nachhaltig“ für dich?

Keine Angst, ich komme nicht mir dem erhobenen Zeigefinger. Jeder soll essen, was er mag*, und ich glaube wir haben schon genügend Herausforderungen mit uns selbst. Und ja, ich meine die Fettpölsterchen, die sich häufig am Bauch, Hintern oder den Oberschenkeln wiederfinden. Wir essen auf jeden Fall genug, soviel steht fest. Was wir essen, wird meistens durch unseren Alltag und viele Gewohnheiten bestimmt. Und überhaupt: nicht jede:r hat ständig Zeit frisch zu kochen. Insofern gehen wir auch gerne außer Haus essen.

Laut einer Umfrage von Statista aus dem Jahr 2021 finden 41% der Deutschen einen bewussten Konsum wichtig. 29% plädieren für saisonale Produkte, 20% für Öko-Siegel. Das muss natürlich nicht auf dich persönlich zutreffen. Aber seien wir doch mal ehrlich: wenn wir gefragt werden, ob wir gute Menschen sein wollen, wollen wir das immer. Spannender ist ja eigentlich die Frage der Konsequenzen für dich selbst. Denn was bedeutet es, nachhaltig zu konsumieren? Und was bedeutet eine saisonale, regionale Bio-Kost? Ein Avocado-Toast und Hummus sind da schnell raus.

Überlege dir doch vielleicht einfach nochmal, wie du selbst Nachhaltigkeit eigentlich definieren möchtest.

2. Vorausschauend einkaufen

Lebensmittelabfälle in Deutschland, Quelle: Statistisches Bundesamt, 2022

Bähm. Kennst du auch diese Initiativen, dass krummes Gemüse ganz dringend auch angeboten werden soll? Sonst würde es ja schließlich weggeworfen werden? Stimmt! Aber nicht nur. In der Primärproduktion, also der Landwirtschaft, wird tatsächlich ein Teil der Erzeugnisse weggeworfen. Allerdings macht das insgesamt gerade einmal 2% der Lebensmittelabfälle aus.

Jetzt erhebe ich doch den Zeigefinger, an uns alle: 59% der Lebensmittelabfälle entstehen in privaten Haushalten – ernsthaft?! Klar, es gibt unvermeidbaren Müll. Niemand verlangt von uns, dass wir die Banane MIT Schale essen. Aber dass wir die Banane liegen lassen, bis sie schwarz ist und sie dann in den Biomüll werfen – das wäre vermeidbar. Ich bin nicht stolz darauf, aber das passiert mir permanent. Die Banane, die viele Tausend Kilometer, CO2 Ausstoß und Pflanzenschutzmittel hinter sich hat – und ich tue nichts mit ihr, außer sie wegzuwerfen. Während ich sie kaufe, finde ich das eine gute Idee. Aber dann kommt der Alltag dazwischen und ich esse lieber schnell einen Schokoriegel…

Ich hatte einmal eine Arbeitskollegin, ihres Zeichens Buchhalterin. Und leidenschaftliche Hobbyköchin. Sie erzählte mir in der Kantine davon, wie sie jeden Montagabend mit ihrem Mann einkaufen geht. Und NUR am Montagabend. Sie setzen sich am Sonntag gemeinsam hin und überlegen, was sie im Laufe der Woche essen wollen. Oder ob es Verabredungen gibt und man somit an einem oder mehreren Abenden nicht zu Hause sein wird. Und danach wird dann eine Einkaufsliste geschrieben. Man weiß am Sonntag schon, was es am Freitag zu essen geben wird. Ich weiß gar nicht, ob mich das stärker fasziniert, schockiert oder einfach beeindruckt. So viel Nachhaltigkeit finde ich bemerkenswert. Und rate mal, wieviel sie wegwerfen muss? Genau: nicht viel.

Klar, das ist ein Extrembeispiel. Es ist auch schon einige Jahre her und wie du merkst: ich bin immer noch beeindruckt 🙂 Will heißen: sie war und ist die einzige Person, die ich getroffen habe, die das so praktiziert. Welche Scheiben ich mir versucht habe abzuschneiden:

  • Wenn schon nicht für eine ganze Woche, kann man wenigstens für ein paar Tage im Voraus überlegen, was es zu essen geben soll oder ob man verabredet und somit gar nicht zu Hause ist.
  • Einkaufsliste schreiben! Ich nutze z.B. die kostenlose App „Bring“ und teile sie mit meinem Partner.
  • Keine Großpackungen kaufen, auch wenn es „im Dutzend billiger“ ist. Lieber einfach die Anzahl nehmen, die ich wirklich brauche.

3. Doppelte Verwendung

Nachhaltigkeit bedeutet auch, Lebensmittelabfälle zu vermeiden oder sie zumindest zu minimieren. Die Bananenschale kann weg, aber was ist z.B. mit der Karottenschale? oder der vom Sellerie? Mit sämtlichen Abschnitten? Es gibt bestimmt Gerichte, in denen möchte man einfach die Schale nicht verwenden – ok. Bei Bio-Produkten könnte man sie aber eigentlich ohne Bedenken essen. Also: Koche eine Suppe daraus! Ich habe mir eine Box ins Gefrierfach gelegt, die ich immer wieder „füttere“. Hinein kommen einfach alle Schalen und Abschnitte von Gemüse, das sich für das Kochen einer Suppe eignet: jegliches Wurzelgemüse, Paprika, Pilze… Wenn die Box voll ist, hole ich mir Suppenknochen, einen Ochsenschwanz und Suppenfleisch wie eine Zwerchrippe und koche eine richtig gute Rinderbrühe. Sie schmeckt jedes Mal ein bisschen anders, je nachdem, welche Gemüsereste ich in der Box hatte. Geht natürlich auch ohne Fleisch.

So erhalten die Reste aus meinem ersten Gericht noch eine weitere Verwendung.

4. Regionalität

Gähn – das können wir langsam nicht mehr hören, oder? Alles soll saisonal und regional sein… nein, nicht unbedingt ALLES. Meine Banane, die ich schändlicherweise oft nur zum wegwerfen kaufe, wächst nicht in Deutschland. Es gibt einfach Produkte, die wir importieren, weil sie bei uns nicht wachsen. Der Klassiker: Kaffee. Also keinen Kaffee mehr trinken? Gott bewahre – nein! Ich vermute, dass gesellschaftliches Zusammenleben vor 9 Uhr morgens nur aufgrund von Kaffee möglich ist. Also der bleibt.

Nachhaltig wäre es aber, wenn wir Produkte, die wir in Deutschland erzeugen, auch bevorzugt konsumieren würden. Ein gutes Beispiel finde ich bei den Hülsenfrüchten. Irgendwie hat es die Kichererbse zu großem Ruhm geschafft. Sie findet es aber eher dort gut, wo es warm ist, wie z.B. in Indien, aber auch im Mittelmeerraum wie der Türkei. Das sind die weltweit größten Exporteure von Kichererbsen. Schau ruhig mal, ob du das Herkunfsland auf der Packung findest. Was kann die Kichererbse? Gut schmecken und Eiweiß liefern.

In Deutschland wachsen auch Hülsenfrüchte, die gut schmecken und Eiweiß liefern. Hier mal der direkte Vergleich zwischen Kichererbsen und den grün-marmorierten Anicia-Linsen. Solche Vergleiche findest du z.B. hier.

je 100 gKichererbseLinse
Kalorien378 kcal307 kcal
Protein20,5 g23,4 g
Kohlenhydrate63 g47 g
– davon Zucker10,7 g1,1 g
Fett6,0 g1,6 g
Ballaststoffe12,2 g17 g
Vergleich Nährstoffe Kichererbse vs. Linse (Anicia)

Also ehrlich gesagt „gewinnt“ die Linse den Vergleich auf allen Ebenen. Sie hat einen noch höheren Eiweiß-Gehalt, enthält aber um einiges weniger Kohlenhydrate, gerade auch in Form von Zucker. Auch Linsen sollten nur gegart verzehrt werden. Das tolle an der Anicia ist, dass sie nicht über Nacht eingeweicht werden muss. Du kochst sie einfach für 25-30 Minuten und kannst dann damit alles machen, was du sonst aus Kichererbsen machen würdest. Probier das mal aus!

5. Saisonalität

Ein anderer Aspekt in Sachen Nachhaltigkeit ist die Saisonalität. Frische Erdbeeren im Weihnachtsmenü? Nein. Ein Erdbeer-Tiramisu mit einem Püree aus gefrorenen Erdbeeren? Ja. Oder ein klassisches Tiramisu, oder eines mit Bratapfel-Kompott… Aber frische Erdbeeren: nein, einfach nein.

Es gibt tolle Saisonkalender, z.B. bei eatsmarter. Da siehst du, was wann Saison hat.

Saisonkalender Gemüse, Quelle: eatsmarter

Da sind auch Sorten dabei, die nicht regional angebaut werden. Ich hatte es weiter oben schon geschrieben: Es ist nicht verboten, in Deutschland Kaffee zu trinken. Und überhaupt ist gar nichts verboten. Nachhaltigkeit kann damit anfangen, dass man sich Gedanken darüber macht, ob man das importierte Produkt durch ein regionales ersetzen könnte. Oder, ob man im Sommer vielleicht mehr frischen Salat und Obst ist, während man im Winter auf Lagergemüse zurückgreift.

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